Die neue Freude am Wandern

Als Kind habe ich wandern gehasst, also wirklich richtig. Ich fand es furchtbar langweilig und schrecklich sinnlos. In meinen frühen Zwanzigern war einer meiner Standardsätze, warum ich denn irgendwo hingehen sollte, wenn ich dort doch auch genauso gut hinfahren könnte. Und oft denke ich mir, dass ich einfach ein komplett anderer Mensch gewesen sein muss und in gewisser Weise stimmt das vermutlich auch. Man verändert sich, das Leben ist ein stetiger Wandel und meine große Sportliebe hat sich schließlich auch erst viel später entwickelt und genauso meine neue Freude am Wandern.

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Wandern in Tirol war wirklich toll

Angefangen hat vermutlich alles bei meinem Kurzurlaub in Tirol, wo ich merkte, dass mir das Erkunden von Wegen und das vor allem in den Bergen extrem viel Spaß gemacht hatte. Damals war ich leider nicht so in Form, wie ich es gerne gehabt hätte und ursprünglich wäre eher Laufen am Programm gestanden (natürlich), aber meine Verletzung ließ eben nur ein Alternativprogramm zu. (Mein Wellness-Wochenende in den Bergen …).

In Bad Ischl relativ bald danach, habe ich das Wandern dann schon fix eingeplant und meine Routen wurden schon hier immer länger und länger. Eine neue Leidenschaft war

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Trailrunning in Bad Fischau

geboren. Aber neben dem Wandern, habe ich auch begonnen immer mehr Trailruns in mein Training einzubauen und gerade Bad Fischau war hierfür immer recht ideal, weil die Steigungen hier doch noch nicht zu schlimm sind. Die meisten dieser Läufe waren aber auch noch nicht sehr lang und doch hat es mich in meinem Training  sehr stark nach vorne gebracht.

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Erzberg war ein Highlight

Ich denke, dass mir schlussendlich mein 24km Hindernislauf am Erzberg den letzten Anstoß gegeben hat, doch noch mehr Höhenmeter zu sammeln, egal ob laufend oder wandernd, weil ich hier einfach meine Defizite hatte. Und ich fand diesen Lauf einfach so grandios, dass ich einfach mehr in die Berge wollte.

Also sollte ich im September dann wirklich zu meiner ersten Wanderung völlig allein aufbrechen. Ich wollte schon etwas Forderndes, aber doch noch so einfach, dass ich es alleine gut bewältigen können würde. Also fuhr ich nach Puchberg/Schneeberg und marschierte einfach den Schneeberg hinauf. Und das war einfach nur toll. Es war ein grandioses Wetter und ich konnte abschalten und alles rund um mich nur genießen.  Es

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Wanderung am Schneeberg

war auch gerade zu einer Zeit, in der ich allgemein über viele Dinge nachdenken musste und somit war es gut diese Auszeit für mich zu haben und einfach nur für mich zu sein.

Meine nächste Wanderung sollte dann aber leider etwas länger auf sich warten lassen, aber im Februar war es dann endlich soweit. Meine Freundin Ines und ich machten uns endlich gemeinsam auf, um den Muckenkogel im Schnee zu bezwingen. Schon so lange vorgenommen, konnten wir diese Wanderung endlich in die Tat umsetzen. Der Muckenkogel ist ein wirklich toller Einsteiger Berg, den man auch bei rutschigeren Verhältnissen noch gut bewandern kann. Der teilweise tiefe Schnee haben mir aber dann gezeigt, dass ich meine Trailschuhe dringend austauschen sollte, da ich doch teilweise ziemlich herumrutschte. Bergab sind wir dann sogar einige Passage gelaufen (ja die Läufer sind hier dann doch durchgekommen), was teilweise mit dem schweren Rucksack dann doch interessant war. Aber es war ein wirklich toller Tag und hat gezeigt dass das Wandern einfach wirklich meines und eine tolle Ergänzung zu meinem sonstigen Training ist.

Es folgen schlussendlich viele kürzere und auch längere Wanderungen in Seebenstein, auf den Türkensturz, im Wechselgebiet,…

Einer der witzigsten und kürzesten Wanderungen war sicherlich, wie Ines und ich gemeinsam noch eine kurze Abendrunde in Bad Fischau drehen wollten und von der Suche des Sonnenuntergangs (man könnte sagen „Typisch diese Instagirls, die immer auf der Suche nach dem perfekten Bild sind“) ziemlich vom Weg abgekommen waren. So sind wir schon im Dämmerlicht irgendwie über Stock und Stein herumgeirrt, um dann doch die weise Entscheidung zu treffen, dass so ganz ohne Ausrüstung, sprich Licht, es nicht sehr ratsam wäre weiter zu gehen. Also sind wir im Dunkeln irgendwie wieder unten angekommen und ja diese Wanderung wird mir auch sicherlich ewig in Erinnerung bleiben.

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Am Schneeberg

Und meine letzte Wanderung führte mich nun endlich wieder auf meinen Schneeberg, wieder die selbe Route, aber mit dem Unterschied, dass aufgrund der Corona Krise doch noch viel weniger Leute unterwegs waren. Und wieder einmal hatte ich über viele Dinge nachzudenken und damit das Gefühl dass sich ein Kreis schließen würde (jetzt werde ich aber schon fast zu philosophisch) und der Schneeberg ist nun offiziell zu meinem Verarbeitungsberg geworden, also ich schätze er wird mich noch ein paar mal öfters sehen.

Die nächste Wanderung steht schon in den Startlöchern und ich hoffe dass ich mich dann in noch höheres Gebiet vorwagen werde.

 


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