Mein Training in Corona-Zeiten

Vor noch wenigen Wochen hätten wir uns alle solche Zeiten sicher niemals vorstell

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Bei der Wanderung am Türkensturz ist der Bänderriss passiert

en können. Eine Krankheit unter uns, die hoch ansteckend ist und über die wir einfach noch zu wenig wissen. Also Ausgangsbeschränkungen, Schulen, Kindergärten zu und ich im Home Office, was für mich zwar nicht ungewöhnlich, aber in dieser Intensität dann doch kein Normalzustand ist. Und ich muss zugeben, dass ich anfangs wirklich in einer Art Schreckstarre war und nicht wusste wie ich unser Leben nun meistern würde. Erschwerend kam hinzu, dass ich ja knapp vor der Krise mir meine Bänder im Knöchel gerissen hatte und somit auch noch nicht so wirklich voll beweglich war. Also eigentlich wollte ich am liebsten alles nur noch schwarz sehen und mich vergraben.

Aber gerade wenn man Kinder hat, muss man ja

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Training mit der Pull up Stange

auch irgendwie funktionieren und recht bald hat mich doch auch wieder der Ehrgeiz gepackt und ich habe beschlossen endlich wieder mein Training aufzunehmen. Natürlich musste das immer auf meinen momentanen Zustand des Knöchels abgestimmt werden und diese Verletzung war diesmal wirklich sehr, sehr hartnäckig, Mein Fuß war übersät mit Blutergüssen und sah ziemlich schlimm aus. Also für den Anfang einfach alles sehr auf den Oberkörper und Bauch abgestimmt. Da ich jedoch auch keine wirklichen Push Ups machen konnte, musste ich mir etwas anderes überlegen und bestellte kurzerhand eine Pullup Stange.

Mit dieser Stange konnte ich nun wirklich gezielt meinen Oberkörper mehr trainieren, obwohl anfangs eher nur Rumhängen angesagt war, weil mir für echte Pullups einfach doch noch die Kraft fehlt. Aber es geht für mich hier ja auch sehr stark um Griffkraft usw., die für die Hindernisläufe sehr wichtig ist.

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Mein erster Lauf

 

Und dann wurde es mit meinem Fuß immer besser und ich konnte mit meiner Sportbandage endlich wieder auf meinen Crosstrainer. Und damit auch langsam wieder allgemein mehr Übungen für die Beine machen. Und natürlich blieb es nicht lange dabei und so wagte ich etwas früher als geplant auch meinen ersten Lauf, der erstaunlich gut lief und mich noch mehr motivierte.

Nun wurden ja leider bis in den Herbst alle Laufbewerbe abgesagt, aber viele Veranstalter haben sogenannte Virtual Runs entwickelt, bei denen man einfach online teilnehmen konnte. So auch Adventure Runs, die ja hier bei uns schon recht bekannt für ihre Hindernisläufe sind. Also meldete ich mich beim #beatcorona Virtual Run an. Das Ziel her war es 4 x 3km so gleichmäßig wie möglich zu absolvieren. Ja, das ist nicht unbedingt meine Stärke und momentan so ohne Training noch viel weniger, aber dabei sein ist alles.

Recht bald hatte ich meine 4 Läufe gesammelt, natürlich immer mit einigen Zusatzkilometern und schlussendlich habe ich diesen Lauf 4x absolviert und mir somit 4 Medaillen gesichert.

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Meine 4 Medaillen beim Adventure Run Beat Corona Virtual Run

Und dann war es endlich soweit und die Ausgangsbeschränkungen wurden gelockert und somit konnte auch mein Laufverein sein Training wieder auf unserem Gelände aufnehmen. Zwar mit starken Einschränkungen, wie tlw. Mundschutz und Handschuhen, aber es war toll in der Gruppe unseren Suicide Squad Burpee Mount zu absolvieren und allgemein wieder Techniktraining aufzunehmen.

Jedoch kam der Trainingsauftakt nicht unbedingt ideal, denn mein nächster Virtual Run stand schon an und das war schließlich einer, der immer eine spezielle Bedeutung für mich hat, nämlich der Wings for Life Worldrun. Diesmal jedoch nicht unter 1000 Läufern in Wien sondern per App. Von Muskelkater gezeichnet und noch eine 13km

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Wings for Life Worldrun dieses Jahr etwas anders

Wanderung am Vortag in den Beinen, war ich mir nicht so sicher, wie ich den Lauf überhaupt absolvieren sollte. Kurzfristig hatte sich aber Ines auch entschieden, dass sie mitmachen wollen würde und so wollten wir mal gemeinsam laufen. Am Tag selbst war jedoch ein ziemlicher Sturm und die Verpflegung war auch so ein Thema, also hatten wir uns auf kurze 8km Runden innerhalb der Stadt und einer Trinkstation bei meinem Haus entschieden. Das Wetter ließ auch wirklich nichts aus, von permanenten Sturm begleitet, hatten wir mal bewölkt, Sonne und auch ziemlichen Regen. Die ersten km gingen auch wirklich gut und wir waren locker auf mindestens Halbmarathon Kurs, aber nach der ersten Trinkpause war die Luft etwas draußen und ich merkte dass ich vermutlich alleine laufen würde müssen um den Halbmarathon zu erreichen. Also habe ich ab Km 12 angefangen wieder leicht  das Tempo zu erhöhen und bin ohne Pause weiter gelaufen. Beim Umdrehen habe ich dann immer wieder Ines wieder gefunden und wir sind wieder ein Stück zusammen gelaufen und ich habe dann wieder das Tempo erhöht. Ich merkte doch, dass es eigentlich besser ging als ich dachte und dann tat es mir noch mehr leid, dass ich den Lauf nicht in Wien absolvieren hatte können. Bei 21,6 km war dann Schluss und ich war dann von meinen Beinen gar nicht so unglücklich darüber, denn schließlich hatte ich schon Monate keinen so langen Lauf

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Herzlauf Wien

mehr absolviert. Und ich merkte auch wie sehr ich es vermisste, dass ich einmal wieder einen richtigen Wettkampf hatte. Es hat mir viel Lust auf mehr hinterlassen und ich hoffe dass ich noch mehr zumindest Virtual Runs machen werde können.

Mein nächster Virtual Run war dann ebenfalls ein Benefiz Lauf, nämlich der Herzlauf Wien. Hier wollte ich 6km machen, obwohl ich anfangs dachte es wären nur 5 und damit einmal den Lauf mit einem Kilometer zu wenig gemacht hatte. Am allerletzten Tag hab ich es dann endlich geschafft. Noch den allerersten Versuch in den Beinen, habe ich mir gar nicht so viel vorgenommen und das war dann schlussendlich die beste Taktik, weil so konnte ich zum Schluss der 6km sogar noch beschleunigen und hatte einen wirklich guten Tempolauf absolviert, der mich nicht mal so viel Kraft gekostet hatte.

Was wird die Zukunft bringen? Ja, das steht leider noch in den Sternen und ich bin mir nicht sicher, wann ich endlich wieder mit anderen Läufern am Start stehen werde, aber eines weiß ich dann zu diesem Zeitpunkt, nämlich das nichts selbstverständlich ist und man jeden einzelnen Moment viel mehr genießen sollte. Und diesen ersten Lauf werde ich dann auch in vollen Zügen genießen.

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Mein Motto für die Zukunft, egal was auch immer sie bringen mag …

 

 

 


2 Gedanken zu “Mein Training in Corona-Zeiten

  1. Wieder sehr gut geschrieben !!! Freut mich das Du auch diese Verletzung überstanden hast u jetzt die Corona-Zeit so nutzt wie wir Alle,zur Formaufbau u Bestätigung 😊👍
    Bleib gesund u lass Deinen sportlichen Ehrgeiz raus !

    Gefällt 1 Person

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