Stillen oder nicht – That’s the question

Für meinen ersten „richtigen“ Blogeintrag dachte ich mir, ich greife gleich ein besonders kontroverses Thema auf ;)! Sonst wäre es ja langweilig. Die ewige Diskussion – Stillen oder nicht? Gleich vorweg – ich habe meine beiden Kindern gestillt! Würde ich es nochmals so machen? Ich bin mir nicht ganz so 100% sicher.

Sicherlich Stillen hat viele viele Vorteile, für die meisten Leute ;)! Für mich war das leider nicht ganz so. Und genau diese Punkte werde ich nun aufgreifen und die Erfahrungen, die ich mit meinen beiden Kindern hatte (die auch total unterschiedlich waren) hier einmal schildern.

Zuerst zur Ausgangssituation: Meine Tochter Lara wurde zuerst einige Wochen gestillt, bis wir wieder ins Krankenhaus mussten um ihre Gelbsucht zu bDSCN1941ehandeln. Die Erfahrungen, die ich dort gemacht hatte, waren natürlich auch jetzt nicht so gut für unsere Stillbeziehung. Vom „Kind verhungern lassen“,… war da alles dabei. Ich musste abpumpen und ihr die Milch in der Flasche geben. Das habe ich dann ganze 3 Monate so gemacht. Bis es mir einfach zu viel wurde und ich beschlossen hatte, dass sie entweder „normal“ stillt oder gar nicht. Schlussendlich haben wir mit Kämpfen irgendwie noch bis so 7 Monate durchgehalten und dann war es endgültig aus. Und ich war mehr als glücklich darüber.

Mit meinem Sohn Noah wollte ich alles von Anfang an richtig machen und es hat DSCN1169eigentlich auch super funktioniert. Er war ein leidenschaftlicher Stiller ;). Am liebsten wollte er den ganzen Tag nichts anderes machen und ich habe ihn auch gewähren lassen. Leider hatte er ein verkürztes Zungenbändchen, welches ihm dann später durchgeschnitten wurde, jedoch nicht komplett behoben werden konnte. Somit hat er nicht die perfekte Saugtechnik drauf gehabt. Somit waren unzählige Brustentzündungen bei mir an der Tagesordnung. Ich glaube ich hatte im 2 Wochen Rhythmus eine. Manchmal wollte ich einfach aufgeben. Im Gegensatz zu seiner Schwester hat mein kleiner Mann jedoch jedes Flascherl vehement verweigert. Somit blieb mir auch gar nichts anderes übrig. Ich habe meinen Sohn 2 Jahre lang gestillt und niemals hätte ich mir vorher vorstellen können, dass ich jemals so lange stillen würde. Aber ohne Schnuller und ohne Flascherl war es schwierig. Irgendwann haben wir doch eines gefunden, das er akzeptiert hat und das hat er noch immer.

Soweit zu meinen Stillgeschichten. Von allen Seiten hört man immer wieder dass Stillen das einzig Wahre ist und dass es doch so viele Vorteile hat. Aber ist das wirklich so? Bei vielen vermutlich schon, aber bei mir war es eben leider nicht ganz so.

Stillen spart viel Geld:  Ja, das ist vermutlich eines der Punkte, die ich wirklich unterschreiben kann. Das Milchpulver, Flascherl, Sterilisator,.. das kostet alles wirklich sehr viel Geld und man kann sich da sicherlich einiges ersparen.

Stillen ist immer verfügbar:  Mit meiner Tochter hatte ich natürlich eine besondere Geschichte und das vorher abpumpen und dann meiner Tochter geben, hat natürlich alles noch viel komplizierter gemacht. Bei meinem Sohn war es schon sehr angenehm, vor allem in der Nacht nicht aufstehen zu müssen und ihn einfach trinken zu lassen, fand ich sehr nett.

Mit Stillen ist man sehr flexibel: Leider war das bei mir gar nicht der Fall, wobei ich natürlich nicht sagen kann, ob es mit Flasche anders gelaufen wäre. Aber mein Sohn hat sehr bald jegliches Stillen außerhalb seiner 4 Wände verweigert. Er wollte irgendwann überhaupt nur noch im Bett im liegen bedient werden (typisch Mann halt, könnte man fast sagen ;)). Dadurch war ich sehr eingesperrt und jeder Ausflug war ein unglaublicher Stressfaktor für uns.

Stillen bringt mehr Nähe: Das kann schon möglich sein, jedoch sehe ich es auch nur bedingt als großen Vorteil. Mein Sohn war und ist sehr auf mich fixiert. Meine Tochter hat auch mit Flasche viel Nähe erfahren, aber eben von uns beiden und ich fand dass ihr das auch sehr gut getan hat. Sie hat ein unglaublich enges Verhältnis zu ihrem Vater und Noah ist nach wie vor extrem auf mich fixiert. Einige würden das jetzt nicht als schlimm empfinden. Aber ich war doch fast ein Jahr eingesperrt und konnte nirgends hin. Nicht einmal zum Friseur .. das war schon eine schwierige Situation für mich und ich hätte mir da oft schon etwas mehr Freiraum gewünscht.

Alle wissenschaftliche Punkte (Nährstoffe, Allergien,..) lasse ich einmal außer Acht, weil ich keine Wissenschafterin bin und diese Punkte daher schwer beweisen kann ;)!

Also was möchte ich mit diesem Blogeintrag eigentlich sagen? Soll man nicht stillen? Nein, das soll es überhaupt nicht aussagen und ich bin auch sehr froh über die Erfahrungen die ich gesammelt habe. Aber ich finde, dass der Druck auf uns Frauen heutzutage extrem groß ist und einem immer ein großes „Du musst das aber so machen“ aufgezwungen wird. Und ich finde man muss gar nichts. Jeder versucht das Beste für sein Kind und manchmal ist es vielleicht auch besser, wenn eben bestimmte Sachen gar nicht funktionieren, diesen Druck von sich zu nehmen und nicht zu stillen. Eine zufriedene Mutter ist nämlich trotzdem besser, als eine unglücklich stillende Mutter. Bei meiner Tochter hätte das auf alle Fälle zugetroffen. Also lasst euch nicht stressen, genießt einfach die Zeit mit Euren Babys.

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Mein Sohn Noah im Milchrausch

Meine Tochter Lara auch mit Flasche glücklich

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Eure schlaflose Iris


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